Gedanken zur Ausbildung von Mensch und Pferd

von VFD ÜL Dagmar Breitbach

Was wünschen wir uns als Freizeitreiter?

Ein gut erzogenes, rittiges , nervenstarkes Pferd, das auf Wanderritten und Geländeritten oder auch mal auf dem Reitplatz eine gute Figur macht, insgesamt brav ist und sich in jeder Situation ohne Probleme verladen lässt. Eben ein Pferd das einfach Spaß macht!

Doch häufig sieht es anders aus, wir gehen Kompromisse ein und das Pferd nutzt diesen Spielraum schnell und intelligent. „Das hat er schon immer nicht gemacht“, “zu Hause klappt das aber immer„ usw. usw. Das sind die Sprüche, die man in diesen Fällen einfach zu oft hört.

Was machen die meisten Reiter? Sie passen sich an, arrangieren sich mit den kleinen oder auch großen Problemen. Am Ende steht ein dauernder Kompromiss, mit dem wir aber eigentlich nicht zufrieden sind, weil er uns in den Möglichkeiten unseres Hobbys doch recht stark einschränkt.

Um die Probleme zu lösen, lesen wir Bücher über unzählige „Ausbildungsmethoden“ und probieren diese mit unserem Halbwissen aus. Immer mehr versuchen wir uns im Internet Rat zu holen, weil wir hoffen dort eine Lösung zu finden.

Haben wir damit Erfolg? Nein! Denn es ist nicht DIE eine Ausbildungsmethode oder das rote Halfter mit dem gelben genau 3 Meter langen Strick, das schärfere Gebiss oder die ein oder andere Zwangsmaßnahme, die die gewünschten Ergebnisse bringen

Es gibt auch keine Tipps und Tricks, die man sich auf die Schnelle anlesen oder zeigen lassen kann, mit denen zauberhafte Erfolge möglich sind.

Das einzige was wir mit diesen Versuchen erreichen ist meist nur noch mehr Unsicherheit bei Mensch und Pferd.

Wir sollten daher damit aufhören die Schuld an den Problemen beim Pferd, der Ausrüstung, oder der Methode zu suchen, sondern objektiv prüfen, ob das Problem nicht vor allem auf unserer Seite des Zügels liegt. Wir müssen endlich anfangen an UNS zu arbeiten.

Die Lösung kann nur eine solide Grundausbildung von Pferd UND Reiter sein. Schritt für Schritt und verständlich für Mensch und Pferd aufgebaut, mit der Unterstützung eines kompetenten Trainers.

Klar ist, das dauert. Wunder geschehen selten und schon gar nicht über Nacht.

Wir müssen lernen WIE wir einem Pferd etwas beibringen können, WAS wir tun müssen und WANN wir es tun müssen! Wir müssen auch einsehen, dass viele von uns immer mehr „Nutzer“ als Trainer eines Pferdes sein werden, weil sie einfach nicht genügend Zeit dafür aufwenden können. Trotzdem können sie lernen die bestehende Ausbildung zu erhalten, das mit Hilfe aufgebaute nicht wieder zu zerstören und sogar kleine Fortschritte zu erreichen.

Ausbildung bedeutet Konsequenz, Geduld, Zeit und Wissen rund ums Pferd. Wir sollten weniger mit unseren Pferden flüstern, sondern lernen zu verstehen, was sie uns durch ihr Verhalten sagen können. Gewalt ist da genauso fehl am Platz, wie Kuschel Pädagogik.

Die meisten müssen hart an sich arbeiten, um besser zu werden, denn gutes Reiten hat nichts mit der Rasse und der Reitweise zu tun. Eine gute Grundlage ist die Basis, auf die man immer wieder zurückgreifen kann, wenn das Verhalten schlechter wird, denn jeder Reiter ist auch Trainer seines Pferdes und sollte in der Lage sein, seinem Pferd etwas beizubringen. Nur dann klappts auch mit dem Pferd!

DBreitbach

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