tschiffely-230 Reiter aus der Schweiz und Deutschland, trafen sich am 11. Juli in Savognin, Schweiz am Parkplatz, um am 3. Gedenkritt zu Ehren von Aimé Tschiffely auf die Alp Flix von Alfons Cotti zu reiten.

tschiffely-1Aimé Félix Tschiffely (* 7. Mai 1895 in Zofingen; † 5. Januar 1954 in London) war ein Schweizer Lehrer, Schriftsteller und Abenteurer. Durch seinen Ritt von Buenos Aires nach Washington, D.C. lenkte er erst das Interesse der Öffentlichkeit in Argentinien und den USA auf sich, später gelangte er durch sein Buch Tschiffely’s Ride (1933) zu Weltruhm. Im Jahr 1925 begann er seine Reise mit zwei Pferden der Criollo-Rasse – Mancha (dt. der Gefleckte) und Gato (dt. die Katze) – in Buenos Aires und erreichte 1928 das ca. 16.000 Kilometer Wegstrecke entfernte Washington.

tschiffely-3Es regnet den ganzen Vormittag bis wir am Parkplatz ankommen und nun kommt wie auf Bestellung die Sonne zum Vorschein.

tschiffely-4Wir reiten unter der Führung von Peter www.alpentrekking.ch/ sowie Fonsi und André http://www.agrotour.ch in mehreren Gruppen um 11:30 los. Die Stimmung ist gut und Dietmar, der Fotograf macht auf seinem Quad, auf dem er uns immer wieder überholt, viele Fotos.

Zwischenablage-7Die Strecke ist knapp 18 km lang und es fängt immer wieder an zu regnen und so erreichen wir recht nass als erste Gruppe die Alp Flix im flotten Galopp.

Zwischenablage-8Die Pferde werden versorgt und auf die Weiden gebracht und wir beziehen unsere Unterkunft in den Yurten. Die Sonne lässt sich wieder blicken uns so können wir die schöne Landschaft genießen und uns mit den vielen verschiedenen Teilnehmern unterhalten und Erfahrungen austauschen.

Das Abendessen auf der Alp Flix ist wie immer sehr gut mit hauseigenen Würsten, Kartoffelsalat und grünem Salat.

Zwischenablage-9Nach dem Abendessen kommen wir in den Genuss von Günter Wamser`s Vortrag über seine 20 Jahre lange Reise von Argentinien nach Alaska. Wer da noch kein Fernweh hatte, musste es nun bekommen. ( www.abenteuerreiter.de )

Der zweite Tag fängt bewölkt an, doch wieder lässt sich die Sonne rechtzeitig blicken. Nach einem reichhaltigen Frühstück, satteln wir unsere Pferde und machen uns bereit für den Abritt.

Zwischenablage-11Eine Gruppe von 17 Reitern reitet auf abenteuerlichen Pfaden mit Fonsi nach Bivio am Marmorera Stausee vorbei. Die andere Gruppe nimmt die etwas leichtere Strecke zur Alp Faller auf der anderen Talseite.

Vorbei an blühenden Wiesen geniessen wir die traumhafte Umgebung in den Bergen. Schon bald kommen wir von dem breiten einfachen Schotterweg auf schmale Wanderwege, die etwas mehr Aufmerksamkeit fordern. Wir müssen morastige Wiesen überqueren und für manches Pferd ist dies eine neue Erfahrung. Doch alle schaffen diese Herausforderung und freuen sich über den Erfolg. Der Weg wird schmaler und ist mit Holzbrücken, Wurzeln und Steinplatten durchsetzt. Nach etwa zwei Stunden haben wir einen sehr schönen Ausblick auf den Marmorera Staussee.

Zwischenablage-12Gegen Mittag erreichen wir die Alp Natons auf 1983 m und gönnen uns ein kühles Bier oder nach Belieben einen heissen Tee.

Nach einer weiteren Stunde Reitzeit erreichen wir Bivio - unser Ziel. Im Dorf hat das Hotel Solaria alles für die Pferde und die Menschen vorbereitet: Heu, Wasser, viel Platz zum Anbinden und eine tolle Speisenauswahl. Nach etwa zwei Stunden Pause brechen wir wieder auf. Doch zuvor nagelt Fonsi bei einem Pferd ein verlorenes Eisen wieder auf und so treten wir erst um 16:00 wieder unseren Heimweg an.

Zwischenablage-15Wir trennen die Gruppe in eine flotte Gruppe, die links am Marmorera See vorbeireitet und eine Gruppe, die es mit Blick auf die jüngeren Pferde ruhiger und kürzer auf dem Rückweg angeht.

Die "flotte" Gruppe quert die Strasse, die von Bivio nach Savognin führt und geht im flotten Galopp die breite Schotterstrasse den Berg hinauf. Der Himmel zieht zu und es wird trüb. Der Weg wird zum Trampelpfad und führt über Stock und Stein über eine Kuhweide. Die Bewohner sind wie üblich neugierig und wollen uns Besucher genauer unter die Lupe nehmen.

Weiter geht es den Berg durch den Lärchenwald hinauf bis wir wieder freie Sicht auf den Marmorera See haben.

Zwischenablage-16Auf steilen Pfaden geht es bis zur Staumauer runter. Dort machen wir eine kurze Rast bevor wir auf der Teerstrasse in Richtung Sur reiten. Kurz davor biegen wir nach rechts in den Wald ein. Fonsi schlägt einen Galopp vor, der recht flott wird. Leider wird dieser nach kurzer Zeit unterbrochen mit dem Ruf „ Hufschuh verloren“. Also warten wir bis dieser wieder gefunden und neu montiert ist.

Als wir auf die Alp Flix kommen, fängt es gerade wieder an zu regnen, somit hatten wir mit diesem Ritt viel Glück.

Zwischenablage-14Die ruhige Gruppe kehrte zur Alp Natons zurück und von dort aus ging es hinunter zum See. Nach ca. 600m Straße mit von Kati vorbildlich geführter Gruppe ging es wieder hinauf in den Berg - ein Weg den die Vierergruppe wohl so schnell nicht vergessen wird: Mehrfach musste die Gruppe pausieren um Mensch und Pferd wieder zu Atmen kommen zu lassen. Im "flacheren" Teil wieder im Sattel ging es mit einem breiten Grinsen im Gesicht den Rest des Weges zurück.

Am Abend wurden wir mit leckerem Grillfleisch und guten Salaten verwöhnt. Eine Alphorn Gruppe gab für uns noch ein Ständchen.

Erst gegen 21:30 kamen wir dazu uns Fonsis Bericht über seine 2 monatige Argentinienreise anzuschauen. Ein toller Vortrag mit vielen Details und Einblicken in die Lebensweise der Gauchos. Zuvor verloste Peter mehrere Tassen mit dem Tschiffely-Logo deren Spenden zu Gunsten von Bianca Schmidt´s Charity Stiftung für Cystische Fibrose gingen. http://www.pferdenase.ch/wanderritte/sternritt.html - es kamen über €300,- von den Teilnehmern zusammen.

Zwischenablage-10Der Sonntag war leider schon wieder der letzte, der drei interessanten und schönen Tage. Es hat die ganze Nacht wieder heftig geduscht, doch pünktlich zum Frühstück hört es auf. Wir packen unsere Sachen zusammen in den bereitgestellten Hänger und sind kurz nach dem Frühstück Abritt bereit.

Doch so schnell geht es nicht, erst müssen wir noch ein Gruppenfoto machen und dann ziehen wir wieder in zwei Gruppen los. Der Weg nach Savognin ist gemächlich. Wir können die Zeit noch für reiterlichen Erfahrungsaustausch nutzen und sind bald schon wieder an unseren Hängern.

Es waren 3 erlebnisreiche, schöne und gut organisierte Tage. Alle verabschiedeten sich mit den Worten: "Bis zum nächsten Jahr!" von einander. Für einige in der Gruppe war dies der erste Kontakt zum Wanderreiten - aber alle waren sich sicher, es war nicht der letzte Wanderritt.

Zwischenablage-17Ein ganz herzlichen Dank an Peter, Fonsi und Alexander, die diesen Ritt ermöglicht haben und an all die vielen fleißigen Helfer, die im Hintergrund ihren Beitrag dazu geleistet haben.

Text und Bilder: Patricia Bohnert / David Wewetzer

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