Auf den ersten Blick haben Pferde und Schmetterlinge nicht viel gemeinsam. Aber nur auf den ersten Blick. Denn Pferde und Schmetterlinge teilen Lebensraum und Nahrungsgrundlage- artenreiche Wiesen.

Und damit haben Pferde und Schmetterlinge in vielen deutschen Regionen auch das gleiche Problem - den fortschreitenden und besorgniserregenden Verlust von artenreichem altem Grünland.

2003 gab es in Deutschland noch ca. 5,5 Millionen Hektar Grünland; 2010 waren es nur noch 4,6 Millionen Hektar. Und es ist weiter im Rückzug, weshalb in manchen Gegenden Deutschlands der Grünlandumbruch nun nicht mehr genehmigt wird. Grob geschätzt gibt es in Deutschland etwa 1,2 Mio. Pferde, von denen jedes im Durchschnitt für Weide und Heu etwa 1 ha Grünland benötigt. Deutschlands Pferde erhalten also etwa ein Fünftel des gesamten deutschen Grünlandes!

Jeder Pferdebesitzer und auch jeder Pferdenutzer betreibt also- oft ohne sein Wissen oder erklärtes Wollen - sehr aktiven Natur-, Landschafts- und Artenschutz. Es sind weitestgehend die Pferde, welche die "Marginal-Grünlandflächen" offen halten. Flächen, die kaum ein Landwirt mit seinem heute üblicherweise recht schweren Gerät noch bewirtschaften will oder kann. Pferde brauchen außerdem  im Vergleich zu Milchvieh ein Gras/Heu mit deutlich geringerer Energiedichte, zu finden auf altem artenreichem Grünland. Und Flächen, die von Natur aus wenig ertragreich und/oder schwierig zu befahren sind, werden aus naheliegenden Gründen in der Regel nicht gedüngt, spät gemäht und zumeist vergleichsweise sparsam genutzt. Daher sind sie im Sinne des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes sehr wertvoll- auch für die Schmetterlinge.   Die VFD hat dies im Rahmen eines bundesweiten Weidewettbewerbes und beim Wiesenwettbewerb (BUND) in RLP eindrucksvoll nachgewiesen.

Schmetterling  pixelioAuch wer nicht über ideale Pferdeweiden mit vielen Kräutern verfügt, kann etwas für Schmetterlinge tun. Einfach ein paar Inselchen mit Disteln und Brennnesseln stehen lassen. Diese sind wertvolle Futterpflanzen für Schmetterlinge und ihre Raupen. Auch die Pferde profitieren davon und fressen – zumindest abgemäht- Brennnesseln und Disteln sehr gerne.

Admiral pixelio.deIm Spätsommer kann außerdem den „Zugvögeln“ unter den Schmetterlingen, die eine Reise von mehreren 1000 km zu ihren Winterquartieren vor sich haben, geholfen werden, indem Fallobst im Garten liegen bleiben darf und am Rand des Paddocks  einige Büsche Schmetterlingsflieder gepflanzt werden. Beides bitte außer Reichweite für die Pferde!

Eine Liste von Schmetterlingspflanzen  und Tipps gibt z.B. beim NABU oder beim BUND.

Fotos: Pixelio

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