Loline gehören zur Gruppe der Amino- Pyrrolizidinalkaloide. Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind die gefürchteten Gifte des Jakobs-Kreuzkrautes (Senecio jacobaea). Während dieses aber sogenannte ungesättigte PA enthält, die stark lebergiftig sind, finden sich in mit Endophyten infizierten Weidegräsern vor allem gesättigte PAs, die als nicht lebergiftig gelten. Bei dem PA in Schwingel, das für das "Schwingelödem" (englisch: Equine Fescue Oedema) verantwortlich ist, handelt es sich um einen Wirkstoff, der im Gras zur Abschreckung von Insekten erwünscht ist und daher Zuchtziel war: das N- Acetyl- Norlolin. Das Zuchtgras war gezielt mit patentierten Endophyten infiziert worden. Symptome durch Vergiftung mit N- Acetyl- Norlolin
Niedergeschlagenheit, Lethargie, Schwäche, Antriebslosigkeit, deutlich sichtbare Unterhautödeme an Kopf (Lippen, Augenlieder, Ganaschen, Bereich um die Ohrspeicheldrüse), Hals, Rumpf und Unterbauch, aber auch an der Vagina, Darmwand oedematös verdickt, Vorfall des Darms, Kolik und Tod. Auffällig ist eine dramatisch erniedrigte Plasmakonzentration des Gesamteiweißes im Blut innerhalb höchstens 5 Tagen, wobei besonders Albumin erniedrigt ist. Der CK- Wert ist z.T. deutlich erhöht. Eine nachhaltige Folge kann die Unfruchtbarkeit der Zuchtstute durch voluminöse Ödeme an der Gebärmutter sein. Ödeme am Kopf und Hals auch durch Weidelgras?
Loline wurden zuerst in Lolium temulentum, dem giftigen Taumellolch, gefunden - daher die Namensgebung für das Gift (http://www-vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm , da eingeben "Lolium temulentum"). Die Taumelkrankheit der Lolche = Weidelgräser = Lolium wird jedoch nicht durch die Giftstoffklasse der Loline ausgelöst, sondern durch die als Nervengifte wirksame Gruppe der Lolitreme (siehe Literaturanhang "Aus Sicht der Pflanzenzüchtung": Paul 2000). Der Taumellolch ist wahrscheinlich durch seine Endophyten giftig. Dennoch wird er in der Pflanzenzüchtung eingesetzt zur Kreuzung und Züchtung neuer Zuchtsorten von Weidelgräsern und Festuca-Lolium-Hybriden (siehe: Lenuweit, U., Gharadjedaghi, B., Süßer, M., Blew, J.,  Ridder, S. (2002): Biologische Basisdaten zu Lolium perenne, Lolium multiflorum, Festuca pratensis und Trifolium repens. - Umweltbundesamt, Texte 08/02, ISSN 0722-186X. Ich persönlich kenne "Hamsterbacken" der Pferde (Ödeme am Kopf und Hals v.a. an Ganaschen, Unterkiefer, Ohrspeicheldrüse) seit 1987 als Begleiterscheinung völlig überweideter Weidelgrasweiden ("grüne Ausläufe").

weiterführende Literatur ...

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