Seit Jahren lobbyieren Industrie und Gentechnik-Befürworter*innen dafür, neue Gentechnikverfahren wie CRISPR/Cas von der Gentechnik-Gesetzgebung auszunehmen. Sie wollen damit die derzeitige Definition von Gentechnik aufweichen. Das gefährdet die Wahlfreiheit und die Sicherheit von Mensch und Umwelt.

Die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V. (VFD) fordern mit weiteren 93 Organisationen aus den Bereichen Umwelt-, Tier- und Naturschutz, Entwicklungspolitik, Kirchen, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Züchtung, Lebensmittelwirtschaft und Imkerei sowie Jugendorganisationen fordern die Bundesregierung in einem am 21.04.2021 veröffentlichten Positionspapier auf, in Deutschland und auf europäischer Ebene alle derzeitigen wie künftigen Gentechnikmethoden und die daraus entstehenden gentechnisch veränderten Organismen (GVO) weiterhin unter dem bestehenden EU-Gentechnikrecht zu regulieren und zu kennzeichnen.

„Es steht viel auf dem Spiel. Wenn die neue Gentechnik nicht wie bisher reguliert wird, ist die Freiheit bedroht, gentechnikfreie Lebensmittel zu erzeugen und zu wählen. Der überfällige Umbau zu einer nachhaltigen, bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft würde damit massiv gefährdet. Hinzu kommt: Neue Anwendungen wie Gene-Drive-Organismen betreffen auch wildlebende Arten und könnten damit negative Folgen für ganze Ökosysteme zur Folge haben." sagt DNR-Geschäftsführer Florian Schöne.

Das gemeinsame Positionspapier „Gentechnik auch in Zukunft strikt regulieren“ finden Sie hier zum Download.

Die VFD lehnt Gentechnik in offenen Systemen, wie in der Landwirtschaft oder in der Natur, ab. Seit wenigen Jahren machen nun neue Gentechniken wie CRISPR & Co von sich reden und tarnen sich als Lösung auch für Naturschutzfragen. Seit einigen Jahren sind verschiedene neue gentechnische Verfahrenin der Entwicklung, auch Genome Editing genannt. Bei Pferden und Hunden soll durch die Genveränderung die sportliche Leistungsfähigkeit gesteigert werden.  Im Juli 2018 urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass auch diese Verfahren unter das geltende EU-Gentechnikrecht fallen, um eine ausreichende Risikoprüfung und –vorsorge zum Schutz von Umwelt und Gesundheit zu gewährleisten.
Generell lassen sich die Probleme des Schutzes der Artenvielfalt nicht dadurch lösen, dass man gefährdete Arten durch gentechnisch veränderte Organismen ersetzt. Angesichts der hohen Anzahl von Arten, die durch den Klimawandel und andere vom Menschen bedingte Einflüsse gefährdet werden, ist es offensichtlich, dass Maßnahmen, diese Umweltschäden einzudämmen, höchste Priorität haben müssen. Wir können die natürliche biologische Vielfalt nicht dadurch reparieren, dass wir Mammuts wiederauferstehen lassen oder Bienen gegen Pestizide resistent machen. Der Gentechnik müssen vielmehr wirksame Grenzen gesetzt werden, damit sie nicht zusätzlich dazu beiträgt, die Ökosysteme zu destabilisieren und den Artenschwund noch zu beschleunigen.

Weitere Quellen:
https://www.dnr.de/fileadmin/Publikationen/2019-11-DNR-Bericht-Gentechnik-Artenschutz.pdf
https://www.dnr.de/fileadmin/Publikationen/Steckbriefe_Factsheets/19_05_23_Steckbrief_Gentechnik_.pdf
https://www.transgen.de/tiere/670.gentechnik-tieren-stand.html

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