Gespannfahrer müssen sich noch häufiger als die Reiter im öffentlichen Verkehrsraum bewegen. Zwar passieren deutlich mehr Reit- als Kutschunfälle, das liegt schon alleine am Zahlenverhältnis zwischen Reitern und Fahrern, doch ergeben sich bei einem Fahrunfall teils sehr heftige Folgen. Das Fluchttier Pferd bleibt bei einer groben Irritation oft so lange in Panik, bis es sich der Kutsche (und des Geschirres) entledigt hat.

Bild: Privat, Szene gestelltNach Angabe des Statistischen Bundesamtes betrug 2011 der Anteil an Verkehrstoten in Deutschland 4009 Personen. Das Gesamtunfallgeschehen mit Todesfolge durch Kutschenunfälle entspricht im Vergleich dazu knapp 0,05% (und deckt sich mit Zahlen, die die BG in ihren Lehrgängen nennt). Dies dürfte auch der Grund sein, warum von Seiten des Gesetzgebers zum gegebenen Zeitpunkt nicht damit zu rechnen ist, dass Pferde aus dem öffentlichen Verkehr ausgeschlossen werden.

Dennoch ist jeder Kutschunfall einer zuviel, denn immer (zu annähernd 98%) liegen Fehler des Gespannführers zugrunde: schlecht eigene Ausbildung, mangelhafte Ausbildung der Kutschpferde, ungenügende Ausrüstung, Unaufmerksamkeit, Leichtsinn, Fehl- und Selbstüberschätzung sowie mangelnde Selbstdisziplin u.ä. Auch wenn der Einfluss von Alkohol nicht völlig außen vor bleibt, so spielt er erfreulicher Weise eine äußerst geringe Rolle.

Was können wir als VFD leisten, um Unfälle zu vermeiden helfen?

a) Das Thema Verkehrssicherheit in der Ausbildung muss bei der VFD - als zweiter Punkt neben der Pferdeschonung - noch mehr in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Angebotsspanne reicht von Lernhilfen (z.B. Filmmaterial zur Ausrüstung und zum Fahren im Straßenverkehr) bis zur Anschaffung von Fahrschulwagen, wie im VFD-Landesverband Brandenburg).

b) Breite Information an und für motorisierte Verkehrsteilnehmer, z.B. VFD-Flyer „Pferde im Verkehr“, in dem Autofahrer auf gefährlichen Situationen im Straßenverkehr aus Sicht der Pferde hingewiesen werden.

c) Fortführen der Initiative zur Fortbildung von Fahrlehrern bei Fahrschulverbänden und Verkehrsakademien.

d) Intensivierung des VFD-Ausbildungsangebotes für gewerbliche Fahrer entsprechend den Inhalten der Ausbildungsrichtlinie und Prüfungsordnung Fahren (FARPO 2013).

Denn: Aktive Ausbildung ist auch aktiver Tierschutz.

Konkret erfolgt die Projektarbeit zu diesen Aufgaben bei der VFD im Arbeitskreis Fahren. Dazu suchen wir noch Aktive.

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