Die Federation Nationale, die sich auch frei übersetzt „Reiterliche Vereinigung“ nennt, sorgt wieder einmal für Schlagzeilen.

Das heißt: die sogenannte FN veröffentlicht im Dezember 2016, dass sie zum 1. Juli 2017 einen neuen FN-Kutscherführerschein einführen wird. Dieser Alleingang sorgt für große Verunsicherung aller Fahrer. Ganz gleich, bei welcher Organisation sie sich in der Vergangenheit durch Ausbildung mit Prüfung einen Fahrerpass, oder auch Kutschenführerschein genannt, erarbeitet haben.

Mir scheint, mit dieser Aktion will sie sich wieder zur Nr. 1 der Pferdehalter küren.

Begeben wir uns mal in das Jahr 1984 zurück. Trier feierte seine 2000-Jahrfeier. Der OB Zimmermann wollte in dem Jubiläumsjahr unter anderem einen Sternritt bzw. Sternfahrt mit Pferden nach Trier. Eine tolle Idee, die es bis dahin noch nicht gegeben hatte. Aus diesem Grund wandte er sich an die FN, die zu dieser Zeit noch die bekannteste und führende Vereinigung für Pferdehalter war. Aber die Antwort auf seine Bitte war sehr nüchtern und enttäuschend: „Wir reiten und fahren mit Pferden nur in Hallen und auf Plätzen, nicht auf Wegen und Straßen.“

Das war deutlich! und die erste große Gelegenheit für die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschlands, kurz VFD genannt, sich mit einer größeren Veranstaltung zu zeigen und bei allen bekannt zu machen. – Wer dabei war, wird dieses Spektakel nie mehr vergessen.

In der folgenden Zeit wurde das Freizeitreiten immer beliebter und die Mitgliedszahlen bei der VFD stiegen rasant, ganz anders als bei der FN. Und so kam es, wie es kommen musste: Die FN installierte eine Abteilung Freizeitreiten und -fahren.

In der folgenden Zeit lebten beide Vereinigungen friedlich nebeneinander und akzeptierten gegenseitig ihre reiterlichen und fahrerischen Ausbildungen und Prüfungen.

Aber hin und wieder gibt es einen Ausrutscher der FN, so auch jetzt.

Will sie wieder die Nr. 1 werden?

Wir sollten uns gleichstark fühlen und gemeinsam unsere gemeinsamen Gegner im Auge behalten (zum Beispiel Pferdesteuer und Nutzungsbeschränkungen).

Das sagt einer (Baujahr 1930), der von klein auf mit Pferden in allen möglichen Sparten zu tun hatte und teilweise noch hat.

Bei der FN wurde mir 1977 das Fahrabzeichen Klasse III in Bronze und 1978 Klasse II in Silber verliehen von den Prüfern Jensch [??] und Rolf Müller vom Gestüt Dillenburg. Dann fing ich an, selbst auszubilden, erst für die FN und ab [81 oder 91] für die VFD. Von meinen bisher annähernd 200 ausgebildeten Fahrern hat bis jetzt, soviel ich weiß, noch keiner einen nennenswerten Unfall mit menschlichem Schaden verursacht. Das macht mich stolz.

Carl Rücker
Dipl.-Ing. agr. (FH)
Rückerhof, Tel. 02608 9444015
56412 Welschneudorf

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