Dass wir als reiterliche Vereinigung Reitweisen offen und Pferderassen offen sind, wird auf VFD-Veranstaltungen/Zusammenkünften und Treffs immer betont. In den Leitsätzen der VDF steht alles unter dem Leitsatz des Tierwohls. Nun bekomme ich eine Anfrage, ob man sich als Rollstuhlfahrerin auch zum Lehrgang "Pferdekunde" anmelden kann.

Ich denke gar nicht lange nach, denn ich habe ein altes erfahrenes Pony, was sehr unerschrocken ist und gerne für uns Menschen das „Wohlgehen“ zurück schenkt. In meinem Kopf „steht“ -„toll nicht nur Reitweisen offen, sondern auch Menschen offen“- ja, das möchte ich möglich machen.

PK1 Rolli1So treffen wir uns im Frühjahr und lernen uns kennen. Doris, so heißt die „Rolli“-Fahrerin, meistert die Eingangsschwelle zum Haus, was für mich das erste Hindernis dargestellt hätte, ohne Probleme. So unproblematisch sollte es auch bleiben. Der Kurs ist intensiv für alle und in der Praxis zeigt sich, dass vieles auf Anhieb gut funktioniert. Caballo mein altes Pferdchen enttäuscht mich nicht. Er lässt sich aufhalftern und putzen. Doris kann überall hinfahren mit dem Rollstuhl und ihn überall putzen. Ich selber staune, wie sie wie selbstverständlich die Hufe aufhebt, um sie auszuräumen, ich zur Hilfe kommen will und die beiden sich einig sind. Doris hat schwupp die wupp den Huf in der Hand und beginnt mit dem Ausräumen der Hufe, ohne Hilfe von außen. Die Beiden haben sich schon gefunden- Caballo fragt noch nicht mal nach- der Huf ist schon gegeben…..

Ich mache Doris Mut, die Prüfung zu machen.

Wir verabreden uns außerhalb der Gruppe noch mal zur praktischen Arbeit mit Caballo. Auch ich muss üben, denn ich muss den Rollstuhl lenken in der Reitbahn. Wenn ich keinen Rasenplatz gehabt hätte, wäre es nicht möglich gewesen. Im hinteren Bereich ist der Reitplatz nicht so fest und ich habe Schwierigkeiten die Räder zu dirigieren. Schnell habe ich raus, wie ich den Druckpunkt an den Rollstuhlgriffen, Schub und Untergründe einschätzen muss.

Für uns alle drei eine große Vertrauensaufgabe, die wir schnell meistern. Doris, Caballo und ich müssen ein Team bilden, was man nach kurzer Zeit gelungen nennen kann.

Da noch eine Kursteilnehmerin terminlich die erste Prüfung nicht wahrnehmen kann, gibt es im November ein Grüppchen von drei Prüflingen. Im Vorfeld gibt es Aufregung…

Doris ruft mich an und berichtet, dass auf ihrem Hof der Amtstierarzt den Sachkundenachweis nicht anerkennt. Ich klemme mich sofort dahinter. In meinem Kopf spulen sich die Gedanken ab. Nichts von dem was ich als Kopfkino sehe trifft zu. Es stellt sich als Missverständnis heraus. 

Der Amtstierarzt, der den betreffenden Hof überprüft hat, ruft mich umgehen zurück. Er erklärt mir, dass er nicht den Sachkundenachweis nach Paragraph 11 bemängelt hat, sondern eine Bescheinigung für die Erteilung von Reitunterricht.

Die nächste Hürde-

Kurz vor der Prüfung gibt es noch einen Prüferwechsel.

Andreas Martens, der den Frühjahrskurs abgeprüft hat und mit dem ich schon im März alles besprochen hatte, war verhindert. So übernahm die Prüfung Katrin Bachmann, die schon mittags, zum Abschluss des theoretischen Teils, allen Prüfligen ein gutes Wissen bestätigen konnte.

Für mich ist das das schönste Lob.

Nach dem Mittagessen gehen wir in die praktische Prüfung. Alles läuft in der Prüfung gut. Ich bin fasst ein bisschen enttäuscht, dass auf dem Platz nur das „wie bringe ich ein Pferd auf die Weide“ abgeprüft wird.

PK 1 RolliAlle Prüflinge bestehen, wie auch schon alle Teilnehmer des ersten Prüfungstermins.

Mir bleibt ein „Herzlichen Glückwunsch!“ an alle.

Katja Bogen

Sportwartin BzV Syke

VFD-Übungsleiterin

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