….ein sehr lehrreicher Kurs, an dem ich vom 04.09.-06.09.2020 in der Lüneburger Heide auf dem Ferienhof Cohrs in Bispingen, unter Leitung des Ausbilders Björn Rau in Zusammenarbeit mit Tanja Michel teilnehmen konnte.

Was heißt eigentlich Säumen?

Mit Tragtieren den sogenannten Säumertieren Wandern. Früher wurden so Waren im Gebirge von einem Ort zum anderen transportiert. Heute ja heute machen wir es aus Spaß und um uns mit Tieren in der Natur zu bewegen. Mein Erfahrungsbericht zu einem wirklich tollen Kurs.

Am Freitag den 04.06.2020 ging es schon um 08:30 Uhr los.

Natürlich hat auch hier Covid-19 alles im Griff. Wir haben jedoch alle Hygienevorschriften beachtet sowie umgesetzt und dies hat den Kurs auch nicht negativ beeinflusst.

Nachdem wir uns alle mit Abstand im Frühstücksraum des Ferienhof Cohrs vorgestellt hatten und von Björn Rau eine kurze Einleitung und den Ablaufplan bekommen hatten, konnten wir uns danach mal mit den verschiedenen Packsystemen auseinandersetzen. Dies indem wir diese aus dem Anhänger von Björn nahmen und in der kleinen Reithalle auf die Strohballen verteilten. So konnten wir nach und nach uns die verschiedensten Systeme anschauen, anfassen und Fragen stellen. Das Equipment ist sehr umfangreich welches Björn uns da aus Bayern mitgebracht hat, toll ein dickes Lob.

Wir sind sehr schnell ans praktische gegangen Knotenkunde, wie packe ich was und warum, was muss ich beim Gewicht beachten, die Unfallverhütung eben alles was wichtig ist. Es wurden viele praktische Erfahrungen vermittelt und auch was passiert, wenn…  Wir haben an Dummies in der Reithalle geübt um hier die Pferde zu schonen. Das eine war eine Tonne auf einem Sägebock das andere ein Holzpferd für Voltis.

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Zudem hat Björn uns auch Equipment mitgebracht und gezeigt welches man bei einer Wanderung auf jeden Fall dabeihaben sollten und natürlich warum. Meist erklärt mit praktischen Beispielen.

Wir sind anfangs insgesamt 11 Teilnehmer/innen. Einen Ausfall hatten wir am Samstag zu beklagen aber die restlichen 10 blieben am Ball und waren hochmotiviert so viel Wissen wie möglich, aus Björn Rau herauszubekommen und dann für sich mitzunehmen.

Wir alle nahmen aus den unterschiedlichsten Beweggründen am Kurs teil. Bei mir ist es so, dass ich gerne den Jacobsweg ein Stück mit einem Leihesel wandern möchte. Da ich jedoch von den Packsystemen keine Ahnung hatte dachte ich mir auch der Esel soll die Wanderung gut meistern und Spaß haben, schließlich trägt dieser mein Gepäck. So war der Kurs für mich ein Glücksfall. Andere möchten mit ihren eigenen Tieren Wandern und wieder andere möchten die Ausbildung nutzen und sich dann als Säumerführer oder Säumerausbilder in weiteren Kursen Qualifizieren. Auch das macht einen Kurs so interessant, die verschiedenen Menschen und deren eigene Motivationen. Ich habe hier eine Menge toller Leute getroffen.

Am Freitagabend haben wir dann noch im Dorfgasthaus Björn Rau bei seinem Vortrag gelauscht der für weitere Gäste geöffnet war. Tolle Bilder und interessante Hintergründe, der Vortrag allein war schon sehr lehrreich.

Samstag früh um 09:00 Uhr ging es dann weiter in der Reithalle das gelernte vom Vortag wiederholen und weitere Knoten lernen und dann die Packsysteme ordentlich packen und natürlich wieder abpacken. Wir lernten schnell auf die Teamarbeit kommt es an. Man muss schon miteinander sprechen damit alles klappt. Nachmittags war dann unsere erste „kleine Wanderung“ mit 4 Pferden. Im Vorfeld haben wir die verschiedenen Packsysteme dem jeweiligen Exterieur der Pferde zugewiesen und Björn hat uns auf die verschiedenen Passformen der Packsättel eingewiesen. Einige haben wir aufgelegt und konnten so praktische Erfahrungen sammeln was wo kneift und drückt und welcher gut liegt. Insbesondere worauf muss besonderer Augenmerk gelegt werden, wo verläuft der Gurt und auf welche Punkte kommt es wo an. Danach gab es weitere Packübungen in der Reithalle an den Dummies und wir machten ca. 18:30 Uhr Feierabend. Es war wirklich ein sehr Anstrengender aber auch sehr lehrreicher Tag.

Sonntag ging es wieder um 9:00 Uhr los. Wir wiederholten das gelernte an den Dummies packten diese wieder, nahmen das Gepäck wieder ab und übten die erlernten Knoten. Jedoch wollten ja von 10 Mitstreitern dann noch 7 die Prüfung machen.

Um 11 Uhr begann der schriftliche Teil und im Anschluss war die Mittagspause. Nach der Pause war klar alle hatten die schriftliche Prüfung bestanden. Dann ging es an die beiden praktischen Einheiten. Die Prüferin Martina Gerndt wollte an den Dummies das sichere und vorschriftsmäßige packen begutachten. Dabei stellte sie immer wieder einzelne Fragen warum wir das so packten, welche Bewandtnis die Knoten oder anderen Handgriffe hatten und wozu welche Utensilien benötigt werden.

Danach ging es auf die Prüfwanderung mit den Säumertieren bei dieser gab es mehrere Abschnitte die wir abwechselnd absolvieren und meistern mussten. Zu diesen gehörte zum einen das überwinden von Hindernissen, sicheres drehen der Tiere auf einem Weg, Verhalten im Straßenverkehr oder auch eine verletzte Person unterwegs, die Aufgaben waren schon anspruchsvoll.

Was soll ich sagen alle sieben haben bestanden. Wir haben dann noch im Anschluss den Anhänger von Björn beladen und sind dann nach und nach Richtung Heimat gefahren. Ein großer Dank geht an den VFD Landesverband der die Kosten für die Prüfung Säumen I übernommen hat. Ich für meinen Teil würde mir jedoch wünschen das solche Ausbildungen noch mehr durch den Landesverband gefördert werden da nicht jeder sich einen so „teuren“ Kurs leisten kann. Natürlich kostet Ausbildung Geld und ein Ausbilder aus Bayern ist auch nicht gerade günstig.

Aber genau dies ist aktiver Tierschutz „die Ausbildung“ und sollte noch mehr gefördert werden und somit mehr Menschen zugänglich gemacht werden.

Ein tolles und lehrreiches Wochenende ging zu Ende und ich bin froh diesen Kurs mitgemacht zu haben.

Ein großes Dankeschön an Björn Rau und Tanja Michel und Martina Gerndt.

Wedemark, den 12.09.2020

Anke Paulik

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