Eine aktuelle Studie der University of Lincoln untersuchte erstmals systematisch, wie Pferde- und Eselhaltende in Großbritannien die Auswirkungen von Feuerwerk auf ihre Tiere einschätzen.

Hierfür wurden 1.466 Halter befragt, darunter 1.234 Pferdehalter und 232 Eselhalter. Ziel war es, das Verhalten der Tiere bei Feuerwerk, mögliche Verletzungen, Schutzmaßnahmen sowie die Einstellungen der Halter zu bestehenden Feuerwerksregelungen zu erfassen.

Die wichtigsten Ergebnisse

Pferde reagieren deutlich stärker als Esel

Nach Einschätzung der Halter zeigen Pferde wesentlich häufiger ausgeprägte Angstreaktionen auf Feuerwerk als Esel. Typische Verhaltensweisen sind: Davonrennen, Ausschlagen, Buckeln und Steigen.

Esel reagieren dagegen insgesamt ruhiger. Die Autoren vermuten, dass dies auf unterschiedliche artspezifische Angstreaktionen zurückzuführen sein könnte: Während Pferde eher mit Flucht oder heftigen Bewegungen reagieren, neigen Esel häufiger zu einem Erstarren ("Freeze-Reaktion").

Verletzungen sind keine Seltenheit

Rund 8 % der Pferdehaltenden berichteten, dass ihr Pferd bereits durch eine Feuerwerkssituation verletzt wurde. Dabei handelte es sich überwiegend um indirekte Verletzungen infolge panischer Fluchtreaktionen – beispielsweise durch Kollisionen mit Zäunen oder Stürze. Unter den Eselhaltern wurde lediglich ein Verletzungsfall gemeldet.

Schutzmaßnahmen der Halter

Als besonders hilfreich wurden folgende Maßnahmen bewertet:

  • Pferde während des Feuerwerks einstallen
  • beim Tier bleiben
  • Tiere vorübergehend an einen ruhigeren Ort bringen
  • Musik oder andere Hintergrundgeräusche laufen lassen

Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass diese Maßnahmen nur funktionieren, wenn Feuerwerke rechtzeitig angekündigt werden. Spontane Feuerwerke lassen sich kaum wirksam abmildern. Zudem können einzelne Maßnahmen selbst Stress verursachen und müssen an das jeweilige Tier angepasst werden.

Einstellung der Halter zu Feuerwerksregelungen

Die große Mehrheit der Befragten (77 %) sprach sich für strengere gesetzliche Regelungen aus. Besonders häufig wurden gefordert:

  • eine Begrenzung der maximalen Lautstärke,
  • eine Einschränkung der Nutzung auf bestimmte Anlässe,
  • klarere zeitliche Regelungen für Feuerwerke.

Pferdehalter befürworteten sogar häufiger ein vollständiges Verbot privater Feuerwerke als Eselhalter.

Fazit der Studie

Die Ergebnisse zeigen, dass Feuerwerk ein relevantes Risiko für das Wohlbefinden und die Sicherheit von Pferden darstellt. Nicht die Feuerwerkskörper selbst, sondern die panikbedingten Fluchtreaktionen führen häufig zu Verletzungen. Zwar können Schutzmaßnahmen das Risiko reduzieren, sie ersetzen jedoch keine ausreichende Vorankündigung von Feuerwerken und bieten keinen vollständigen Schutz.

Die Autoren sehen daher sowohl Verbesserungsbedarf bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen als auch weiteren Forschungsbedarf, um geeignete Präventionsmaßnahmen für Pferde und Esel zu entwickeln.

 

Wir werden uns weiter für zeitgemäße und sichere Alternativen zu privaten Feuerwerken einsetzen! 

Die aktuelle Studie zeigt deutlich, dass Feuerwerk für viele Pferde und Esel erheblichen Stress bedeutet und zu schwerwiegenden Verletzungen bis hin zum Tod führen kann. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Feuerwerk schützt nicht nur unsere Haus- und Wildtiere, sondern kommt auch Menschen und der Umwelt zugute.

 

Gerow SL, Clegg SR, Cooke AS (2026). Horse and donkey owners’ perspectives on fireworks and their impact on equids in the UK. Animal Welfare. 35:e11. doi:10.1017/awf.2026.10068

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