Als Pferdekommunikationswissenschaftlerin von der Hippologischen Akademie in Düsseldorf flog Linda bei uns in Baunach ein. Wir waren alle sehr aufgeregt. Man hat nicht alle Nase lang einen Vollprofi im Haus und der Kurs war sehr gut besucht. Wir alle hatten den Wunsch die feine Kommunikation zu erleben. Doppellonge und Verladetraining waren genauso gefragt wie das feine Reiten.

Ich lernte Linda kurz bei meinem Praktikum kennen und bestellte gleich einmal Ihr Buch „Das Lernverhalten der Pferde“ vom Cadmos Verlag. Sie hat jahrelang bei Monty Roberts Mustangs und Ranchpferde ausgebildet und irgendwann Ihren eigenen Weg gefunden. Die „Sei fein und Lobe-Tour“ ist ebenso bekannt und in ganz Deutschland gebucht. Insgesamt in 14 Ländern ist sie international tätig und hat ein breites Spektrum an Erfahrungen.

Unsere kleine Halle stellte Linda gleich vor eine etwas größere Herausforderung. Ihre Arbeit an der Doppellonge erfordert einen gewissen Abstand vom Pferd. Uns allen war die Arbeit mit der DL so wichtig, dass wir trotzdem die Grundzüge kennenlernen durften. An vielen ganz unterschiedlichen Pferden, Rasse, Alter, Ausbildungsstand wurde uns die Art der Kommunikation aufgezeigt. Besonders beeindruckend fanden wir alle die Klarheit und die konsequente Umsetzung. Linda hält die DL Arbeit als grundlegendes Ausbildungsinstrument für enorm wichtig. Es ist „Reiten vom Boden“ und genauso viel Erfahrung benötigt man auch. Also viel üben, viel Unterricht nehmen und dem Pferd die Chance zu geben es als qualitativ hochwertig anzunehmen.

Dies ist für sie sehr wichtig. Das Pferd muss die Qualität der Arbeit wahrnehmen und dann wird es das alles auch gerne machen.

Beim Verladen ebenso. Schritt für Schritt wird das Pferd trainiert, flüssig in den Hänger zu gehen. Im Hänger darf es entspannen und die Qualität der Arbeit erleben. Dann wieder zurück und wieder zu der Stelle oder ein Stückchen weiter. Und wieder Pause. Gerade bei Pferden die rückwärts wieder rausschießen ist das eine echte Herausforderung. Diejenigen die nur zögernd vorwärts gehen, genießen diese Arbeit und lassen sich – Schritt für Schritt wieder ausladen. Die Raser hingegen gehen eher rein aber viel zu schnell wieder alleine zurück. Wir hatten 3 Kandidaten die uns alles geboten haben. Druck und kein Druck sind zwar die wichtigsten Hilfen, doch so einfach ist das nicht. Vor allem die Geschicklichkeit im richtigen Moment nachzugeben ist ebenso wichtig, wie den Druck nicht zu verlieren und die Winkel zu verändern. Das sah alles so leicht aus, doch wir waren uns einig, dass hier viel Erfahrung nötig ist um das so hinzubekommen, wie Linda es vormachte. Ca. 30 Personen konnten sich von Lindas schrittweisem Training zu anschließenden Happy Ends überzeugen.

Loben ist Linda sehr wichtig und dabei die korrekte Art des Lobens, die sie genau erklärte. Ebenso wie ihre Hilfengebung und die logisch aufgebaute Arbeit an und für sich. Das hört sich leicht an doch wir hatten alle unsere Probleme mit der Umsetzung. Viele eingeschlichene pferdeüberflüssige Befehle, Verschnörkelungen und unklare Körpersprache verhindern eine reibungslose Kommunikation mit unseren Partnern.

Beim Reiten wurde der Sitz des Reiters umfassend korrigiert und ganzheitlich das Exterieur, der Sattel und die Reiterin mit beleuchtet. Danach wurde an der Haltung und den Achsen gearbeitet bis ein schönes Ergebnis dadurch ersichtlich wurde, das die Pferde entspannter liefen und schmatzend kauten.

Lindas Meinung ist, dass alle die Hilfe von Profis nutzen sollten und eine fundierte Ausbildung genießen sollten, bevor Sie mit den Pferden üben. Zu viel wird nicht richtig gemacht und somit den Pferden der Spaß an der Qualität der Arbeit genommen.

Eine Menge Inputs haben wir mitgenommen. Die Feedbacks der Teilnehmer waren sehr ergiebig und zeigten, dass wir Freizeitreiter mittlerweile einen hohen Anspruch an guter Ausbildung haben um mit unseren Pferden gesund und fit viele Jahre zu verbringen. Die Truppe war vor allem offen für Neues und hatte kein gezieltes Anspruchsdenken. Wir ließen uns überraschen und wollten Neues lernen. Das gab dem Kurs eine Leichtigkeit und vor allem ein gutes Miteinander. Wir haben hier im Kreis Bamberg eine wunderbare Gemeinschaft an Reitern, die scheinbar alle das gleiche wollen und stetig daran arbeiten. Wenn wir das häufiger gemeinsam schaffen können wir bald wieder Kurse buchen.

Nach 2 anstrengenden Tagen heißt es also wieder: Ich weiß, das ich nichts weiß und fleißig jeden Tag aufs Neue lernen und üben werde. Es wird einem bewusst wie viel Erfahrung noch fehlt und wir ständig neue Puzzelteile lernen dürfen um besser zu werden.

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