Katzenfuttertest: Von "Sehr Gut" bis "Mangelhaft". Vegetarisches Futter ungeeignet.
Berlin (aho) - Von „Sehr gut“ bis „Mangelhaft“ reichen die Ergebnisse eines Tests von 28 Feucht- und 11 Trockenfuttern für Katzen, die die Stiftung Warentest in der September-Ausgabe von test veröffentlicht. Grund für das schlechte Abschneiden der mit „Mangelhaft“ bewerteten Katzenfutter ist die fehlende ernährungsphysiologische Qualität. Anders, als auf der Verpackung angegeben, wird eine Katze mit diesen Alleinfuttern nicht ausreichend versorgt – eines enthielt zum Beispiel praktisch kein Kalzium, was schlecht für die Knochen ist.

Ist die Katze gesund, schlank und trinkt sie genug, spricht nichts gegen Trockenfutter.
Es ist besonders preiswert. Eine Tagesration kostet zwischen 5 und 31 Cent. Alle Trockenfutter im Test sind ausgewogen komponiert. Sieben sind sehr gut. Darunter Schnucki von Aldi Nord, Minou von Aldi Süd und Coshida von Lidl. Sie kosten nur 5 bis 6 Cent pro Tag. Feuchtfutter ist wesentlich teurer. Preis für eine Tagesration: bis zu 3,23 Euro. Das billigste sehr gute Feuchtfutter im Test, Yarrah Bio Pâté mit Huhn, kostet pro Tag 97 Cent.

Drei Alleinfutter patzen dagegen bei der ernährungsphysiologischen Qualität. Sie sind nicht optimal komponiert. Bei Almo Nature mit Thunfisch und Huhn fehlen wichtige Mineralstoffe, bei Fressnapf fit+fun Geflügel fehlen Vitamine und in Rewe ja! Zarte Stücke mit Geflügel steckt wiederum zuviel Vitamin A. Die Folge: Testurteil mangelhaft für alle drei Produkte. Mit diesem Futter ist eine Katze nicht optimal versorgt. Almo Nature enthält beispielsweise kaum Kalzium. Das brauchen Katzen aber für ihre Knochen.

230 Kilokalorien sind genug

Kritisch bewerteten die Tester, dass die Fütterungsempfehlungen auf den Verpackungen häufig zu wenig differenziert und manchmal schlicht falsch sind. Wenn zu viel Futter empfohlen wird, werden die Katzen fett, was im Alter Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme und Gelenkbeschwerden verursachen kann. Eine erwachsene, gesunde Katze mit vier Kilogramm Körpergewicht braucht täglich nur etwa 230 Kilokalorien. Wichtig für den Stoffwechsel der Katze sind reichlich Eiweiß und Aminosäuren, Fett, wenig Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine. Doch nur bei 12 Produkten sind auch die Fütterungshinweise korrekt. Viele Anbieter empfehlen stattdessen zu viel des Guten.

Zusatzstoffe sinnvoll

Zusatzstoffe werden oft verteufelt. Zu unrecht, meinen die Tester. Im Katzenfutter machen sie Sinn. Fehlen dem Fleischmix etwa Vitamine, müssen die Anbieter sie zusetzen. Ein positives Beispiel ist Yarrah Bio Pâté. Obgleich als bio deklariert, setzt der Anbieter die Vitamine D und E zu und den Eiweißbaustein Taurin. Das ist gut so. Vitamine und Taurin halten Samtpfötchen gesund. Fehlt der Katze langfristig Taurin, kann das Tier erblinden. Es drohen Fruchtbarkeitsstörungen, Herzkrankheiten und Gehirnschäden beim Nachwuchs. Taurin kommt nur in tierischem Gewebe vor. Es ist deshalb keine gute Idee, Katzen rein pflanzlich zu ernähren. Vegetarische Produkte wie Schlecki Schlemmerschmaus sind bestenfalls als Ergänzung geeignet, so die Tester.

(c) Copyright Dr. M. Stein, Am Kiebitzberg 10, 27404 Gyhum (mit freundlicher Genehmigung)
 

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