Wendt, Marlitt
Cadmos 2009. ISBN 978-3-86127-457-5

 

Nichts Neues, und doch ein Muss für jeden Reiter: Die Autorin macht deutlich, dass die traditionelle Reitlehre als Erklärungsmodell für Pferdeverhalten dem Wesen der Pferde nicht annähernd gerecht wird. Ohne jede Spur von „Vermenschlichung“ zeigt sie anhand von Studien und Forschungsergebnissen, wie ähnlich Pferde dem Menschen tatsächlich sind. Vor allem im Bereich der Gefühle und Emotionen gibt es bei hochentwickelten Säugetieren kaum Unterschiede. Pferde sind zu hochkomplexen intellektuellen Leistungen fähig und lernen vielfach schneller als Menschen. Deutlich wird leider, wie wenig achtsam Menschen den stummen Hilfeschreien ihrer Pferde gegenüber sind. Erst wenn ein Verhalten den Menschen stört, wird es bemerkt.
Aufgrund seiner anders gearteten Sinnesorgane und Wahrnehmung empfindet das Pferd die Welt anders als wir; so kann zum Beispiel ein hohes Quieken Anlass zum Scheuen sein, das vom Reiter aufgrund seiner Frequenz gar nicht gehört wird. Das Buch macht nachdenklich – und die Lektüre zwingt zu der logischen Schlussfolgerung, dass wir den uns anvertrauten Pferden das bestmögliche Lebensumfeld ebenso schuldig sind wie Trainingsmethoden, die ihren so ganz anderen Fähigkeiten auch gerecht werden!
Nikola Fersing

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