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Vorschule hieß:

"Bodenarbeitskurs Vorbereitung des Pferdes auf das Einfahren" am 4./5. Mai 2019 mit Kirsten Sturm auf dem Mangalarga Marchador Hof Da Porta Azul in 39517 Blätz

Fünf aktive Teilnehmer hatten sich für den Kurs angemeldet. Von außerhalb reisten am Vorabend drei Teams an. Die Pferde bezogen vorbereitete Paddocks, die Menschen fanden Platz im wunderschönen Gästehaus des Hofes (Wanderreitstation und Pferdemenschen-Urlaubsort). Zwei Teilnehmer-Pferde sind hier zu Hause. Die angehenden Kutschpferde waren zwischen sieben und 23 Jahre alt, es handelte sich um drei Isländer, einen Lewitzer und eine Mangalarga Marchador-Stute. Der  Ausbildungsstand reichte vom völligen Youngster bis „schon alles gemacht außer Kutsche fahren“. Für die teilnehmenden Menschen galt die Bedingung, den Kutschenführerschein bereits absolviert zu haben, denn Leinenführung und Griffe mussten von Anfang an sitzen.

Vier Zuschauerinnen konnten sich an beiden Tagen ein realistisches Bild von den Vorbereitungsschritten machen und da immer Helfer nötig waren auch ganz nah dabei sein.

Es gab vormittags und nachmittags je eine 30 minütige Einheit, sodass jedes Pferd insgesamt vier Mal zum Zuge kam. Die Gegebenheiten ließen es zu, jede praktische Übung zunächst auf dem Reitplatz und dann auf der Dorfstraße durchzuführen.

Kirsten Sturm, langjährig erfahrene und umsichtige Fahrausbilderin, ging dabei systematisch und zugleich individuell vor. Für alle begann es mit dem einfachen Fahren vom Boden. Dabei stellte sich die einfühlsame Leinenführung, das geschickte Lenken und das geradeaus Fahren auf dem Reitplatz als erste Herausforderung für die Menschen heraus. Erstmals auf Abstand von hinten gesteuert zu werden war dabei die Neuigkeit für die Pferde. Draußen auf vorgegebenen Wegen wurde das vorwärts marschieren einfacher. Es folgte das Geräuschtraining. Mit klappernden Dosen und laut schepperndem Ortscheid kamen die Pferde insgesamt gut zurecht, die Einwohner von Blätz möchten sich an solche Sonntag-Vormittage vielleicht nicht gewöhnen. Bevor dann rückwärts treten und Stehen vor der Kutsche geübt wurde zeigte uns der Hofbesitzer Stefan Heinrich wie sein erfahrenes Kutschpferd, ein Moritzburger, diese Übung meistert.

Nach Kirstens Motto „Das eine Richtig gibt es nicht“ konnten die Teilnehmer dann wählen, ob lieber die Schere von oben ans Pferd gelegt oder das Pferd rückwärts in die liegende Schere gelenkt wird. In der nächsten Einheit wurden Brustblatt und Zugstränge angelegt um die Gewöhnung an Berührungen an den Beinen zu erreichen als auch um das Ziehen gegen Widerstand zu üben. Gezielt bei einem Pferd konnte dann noch das Vertraut machen mit den Scheuklappen gezeigt werden.

Bei allen Schritten war Kirsten eine ruhige Beobachterin, sie gab gut verständliche Ratschläge und war immer bereit ihre Vorgehensweise zu erklären. Bei den gemeinsamen Gesprächen im sehr geschmackvoll renovierten Aufenthaltsraum des Gästehauses setzte sich der Austausch fort. Dort stand auch ein Holzlehrpferd zur Verfügung, an dem noch einmal die Leinenführung gezeigt und geübt werden konnte.

Spaziergänge und Ausritte in die sehr ansprechende, leicht hügelige Landschaft der Altmark rundeten das Wochenende ab. Das Wetter spielte prima mit und der Abschied am Sonntag Nachmittag fiel richtig schwer.

Im Namen aller Teilnehmer danken wir Kirsten für ihre Bereitschaft, für jedes Pferd mit seinen Menschen das passende Vorgehen zu entwickeln, die nächsten Ausbildungsschritte für zu Hause vorzuschlagen und viele Tipps zur Ausrüstung zu geben.

Marina und Stefan Heinrichs danken wir für ihre engagierte, warmherzige und humorvolle Gastfreundschaft und die sehr gute Verpflegung inclusive Grillen, die den anspruchsvollen Kurs zu einem netten Urlaubswochenende für alle machte. 

Fotos: Maxi Przibilla, Dresden

Autor: Friederike Nowak, Berlin

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