Etwas nervös waren wir vom Vorstand an unserem Themenabend im Mai. Spontan hatten wir Mitte April das Lokal gewechselt und waren nun zum ersten Mal in der neuen Gaststätte "Die Scholle" in der Kleingartenanlage "Deutsche Scholle".

Und dann gleich mit so vielen Gästen wieder. Insgesamt 36 Teilnehmer verfolgten den Vortrag von Maik von Fintel, Heilpraktiker für Psychotherapie und Hypnosetherapeut.

Begleitet wurde er von seiner Frau Alexandra Leu, Meditations- und Entspannungscoach und zuständig für die Organisation.

Auf die Frage, warum wir im einzelnen hier sind, antwortete zunächst niemand. So nach und nach kamen dann ein paar Äußerungen ... 

"Ich habe Angst runterzufallen" " Ich habe Angst im Gelände zu galoppieren"

Was hat man nicht alles gemacht, die Stallgemeinschaft gewechselt, um dem sozialen Druck oder der "gefährlichen" Halle zu entkommen. Auf ein anderes Pferd aufgestiegen ...

Herr von Fintel gab zunächst an, dass wir grds. ein paar Sachen vergessen können. Z.B. Medikamente gegen Angst ... Ursachenforschung sei wichtig. Auch sei es nicht immer sinnvoll nach einem Sturz sofort wieder aufzusteigen. Denn im Gegensatz zum Auto oder dem Flugzeug spürt das Pferd die Angst des Reiters. Es sollte sich also gut anfühlen, wenn man wieder aufsteigt und der Reiter sollte absteigen, solange noch alles gut läuft, um mit einem positiven Gefühl für Pferd und Reiter abzuschließen.

Doch Angst sei nicht unbedingt was negatives - sie schützt uns vor Gefahren. Doch sie löst auch Blockaden aus, sie blockiert unser Denken. Sie sorgt dafür, dass wir verkrampfen und dadurch oft eine Haltung auf dem Pferd einnehmen, in der wir uns nach vorne beugen, die Beine zusammenpressen, was dem Pferd aber wiederum suggeriert schneller zu laufen.

Ursachen von Angst gebe es viele, z.B. traumatische Erlebnisse, Überbelastung, Erkrankungen und steigende Verantwortung. Aber sie kann auch genetisch veranlagt sein und natürlich spielten auch immer Erfahrungen aus dem Elternhaus oder dem Berufsleben eine Rolle.

Ein wesentlicher Punkt sei die die Angst vor dem Kontrollverlust.

Weiterhin ging Herr von Fintel auf die besondere Beziehung zwischen Pferd und Reiter ein und welche Auswirkungen die Angst auf unseren Körper hat.

Aber was kann ich tun gegen diese Angst?!

Zum einen so von Fintel sei die Selbstreflexion sehr wichtig, die Bewältigung der Angst sei auch immer eine Persönlichkeitsentwicklung. Der Reiter sollte sich Fragen stellen, wie "Welche Rolle übernimmt mein Pferd, außer Pferd zu sein?" - Freund, Zuhörer, Kindersatz. "Welchen Stress trage ich zu meinem Pferd der dort nicht hingehört?" "Welche Verhaltensformen unterstelle ich meinem Pferd (ungerechter Weise)?" "Welche Ängste trage ich mit mir herum?"

Von Herrn von Fintel wurden verschiedene Formen der Bewältigung vorgestellt, wobei er darauf hinwies, dass es immer individuell auf den Reiter ankomme. Er nannte z.B. Mentaltechniken, Entspannungstechniken, die Aktivierung der Thymusdrüse, Hypnose und EFT (Klopftechniken). Aber ihm war auch wichtig zu erwähnen, dass Reiten auch eine Sportart sei und vor Beginn des Sportes sollte man sich Aufwärmen. Fitness, Ausdauer, Dehnbarkeit, Bewegungskoordination und Balance seien sehr wichtig beim Reiten.

Herr von Fintel und Frau Leu bieten auf Anfrage Gruppenseminare und Einzeltherapien an.

Auch nach dem Vortrag nutzten viele die Möglichkeit noch mal individuelle Fragen an die beiden zu stellen, die gerne beantwortet wurden.

Es war ein wirklich gelungener Vortrag und von der Gaststätte waren wir begeistert, so dass wir uns freuen im Juni wieder zu kommen.

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