Restriktive Gesetze und überholte Einstellungen überwinden
Was bewegt die VFD – oder besser: Was bewegt uns, unter der Flagge der VFD zu reiten? Die Lage in Österreich ist etwas verzwickt, denn wir haben einen einzigen aktiven und landesweit agierenden Fachverband, der seit Jahrzehnten das pferdesportliche Geschehen dominiert.

Regeln und Räson aus den Sechzigern
Was anfangs, in den kargen Nachkriegsjahren und zum beginnenden Wirtschaftswunder, nötig und richtig erschien, hat sich mittlerweile zu einem zweischneidigen Schwert entwickelt. War man früher um einheitliche Regularien, sportlichen Aufschwung unter allgemein gültigen Regeln und die behördliche Anerkennung aller Landes- und Ortsverbände bemüht, so ist heute die Zielsetzung eine andere. Oder besser, sie sollte eine andere sein: eine umfassendere, zukunftsweisendere, tolerantere und vor allem demokratischere.

In den Anfangsjahrzehnten war eine gewisse Autorität nach innen und außen wohl erstrebenswert, denn die freidenkenden Waldundwiesen-Reiter sollten ja unter einen Hut und damit zur Räson gebracht werden, um das Ansehen des Pferdes und der Reiter zu stärken. Der Sport, damals ganz überwiegend in den nur vier Sparten Springen, Dressur, Fahren und Vielseitigkeit, sollte finanziell und leistungsbezogen mit allen Mitteln gestärkt und bekannt gemacht werden. Hierzu war eine ordnende, mitunter deutlich begrenzende Hand nicht immer falsch.

Alles das könnte man zeitbezogen und wohlwollend als die Zahnungsprobleme einer jungen, nicht unproblematischen Sportart erklären. Der Nimbus des „Sports für Reiche“ und des „Luxusgeschöpfes Pferd“ war damals in Österreich nur schwer zu entkräften; zu tief waren die ländlichen Schichten in eine pferdelose, maschinengläubige Nabelschau versunken, die alles, was nicht dem eigenen Fortkommen oder der politischen Leitlinie diente, schlichtweg verteufelte oder bestenfalls ignorierte.

Das missliche Erbe einer anderen Zeit
Aus dieser Zeit stammen die unglaublich restriktiven Gesetze zur Wald- und Flurnutzung, die Heranbildung einer pferdefernen Bauernschaft, die Stigmatisierung des gesamten Pferdesports und der systematische Abbau aller Einrichtungen, die mit Ross und Reiter zu tun hatten. Tatsächlich eine Tendenz, die mit erschreckender Wirksamkeit und Konsequenz bis heute in ganz Österreich fortgeführt wird.

Dagegen wurde seitens des alten Pferdesportverbands und neu aufkeimender Alternativbewegungen zwar immer wieder polemisiert, politisch umsetzen konnte man die wünschenswerten Gegenmaßnahmen  jedoch kaum jemals: zu zerstritten, zu kleinkariert, zu sehr auf die  eigenen  Interna  fixiert und zu wenig über den Zaun schauend.

Aus diesem Grund ist die VFD ein Segen für Österreichs Reiter und Fahrer –sorry, dass wir, ein paar kleine Würschterln am Rande des hippologischen Geschehens der Alpenrepublik, Euch, liebe VFDler im großen, bunten Deutschland, quasi politisch nutznießen!! Aber unter Eurem Schirm macht dieser Missbrauch frei und mutig – und Spaß!

Martin Haller, österreichischer Journalist und Sachbuchautor
Verein ProPferd Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sabine Dell’mour (VOER) Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Martin Haller Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Die Ländlichen/ Rudolf Mrstik Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Reitverband Mühlviertler Alm Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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